Aber das Papier ist natürlich noch viel, viel älter. Früheste Berichte verweisen zurück auf das 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, als in China mit der Herstellung von Papier aus Hanffasern experimentiert wurde, um den bis dahin verwendeten, teuren Seidenstoff als Beschreibmaterial abzulösen. Zur Zeit der östlichen Han-Dynastie vor um das Jahr 105 vom kaiserlichen Hofbeamten T'sai Lun berichtet. Angetrieben durch das hohe Schreibaufkommen in der kaiserlichen Kanzlei gelang ihm die Herstellung eines billigen und in großen Mengen produzierbaren Beschreibstoffes (Filzpapier) aus zerstoßener Baumrinde, Hanf, Lumpen (Hadern), die in Wasser aufgeweicht und mit Hilfe eines Schwemmsiebes herausgeschöpft wurden.
Von China ausgehend erreichte die Technik der Papierherstellung um das Jahr 600 Korea, um 610 Japan. 794 nahm in Bagdad die erste Papiermühle der Araber ihren Betrieb auf, die das Papier im 8. Jahrhundert in Ägypten einführten, wo es das seit Jahrtausenden verwendete Papyrus rasch verdrängen konnte. Die Araber hüteten das Geheimnis der Papierherstellung für fast fünf Jahrhunderte. Sie betrieben einen regen Papierhandel, so dass auch die abendländischen Europäer diesen Beschreibstoff über das von den Arabern besetzte Spanien schnell kennenlernten.
Nach Europa gelangte das Papier zunächst über die arabischen Brückenköpfe in Spanien, Konstantinopel und Sizilien. In Italien entwickelte sich im 13. Jahrhundert eine erste Papierindustrie (1268 erste Papiermühle in Fabriano), die bereits wasserradgetriebene Stampfmühlen einsetzte, und um 1390 wurde schließlich auch in Deutschland die erste Papiermühle eröffnet. In den Papiermühlen werden meist durch Wasserkraft mechanische Stampfer angetrieben, die einen Papierbrei aus zerrissenen Fasern und Wasser herstellten. Diese sehr feuchte Masse wird anschließend auf ein in Holzrahmen gespanntes Sieb aus pflanzlichen oder tierischen Fasern aufgegossen. Nachdem das Wasser abgetropft ist, bleibt ein Blatt zurück, das nur noch wenig Feuchtigkeit besitzt. Zusammen mit saugfähigen Zwischenlagen werden die Blätter abschließend in Pressen vollständig entwässert und geglättet.
Quellen:
- Ch. Meinel, H. Sack: 'Digitale Kommunikation - Vernetzen, Multimedia, Sicherheit', Springer (2009)
- H. Schanze: Handbuch der Mediengeschichte, Kröner (2001)