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Donnerstag, 22. November 2012

Der Zeit pfuscht man nicht ins Handwerk - Stephen King 'Der Anschlag'

Staunen, ja sogar Entsetzen schlug mir entgegen, als ich verkündete, was ich mir da als neuen Lesestoff auserkoren hatte. "Also das hätte ich jetzt nicht von Dir gedacht...". Zugegeben, es ist bestimmt schon mehr als 20 Jahre her, dass ich meinen letzten Stephen King, den Horror-Klassiker "Es" gelesen habe. Seither hatte sich mein Interesse an der Literatur doch etwas verlagert. Aber als ich eine nahezu als enthusiastisch zu bezeichnende Rezension in der Zeit gelesen hatte - bei der Zeit muss man ja schon zufrieden sein, wenn sie ein - zumindest für mich - halbwegs lesbares literarisches Werk nicht ausschließlich nur niedermacht - wurde ich doch neugierig. Insbesondere da es bei diesem Roman um das Thema Zeitreisen gehen sollte, war ich gespannt, wie sich der von seinen Jüngern hochverehrte Meister der Horror-Bestseller-Literatur diesem für ihn eigentlich unüblichen Thema widmen würde...

Man beginnt also in den ersten Seiten vor sich hinzulesen und merkt recht schnell, wie einen die Geschichte in ihren Bann zieht. Fesselnd schreiben kann er ja. Nun, ob Sie's glauben oder nicht, Jake Epping, seines Zeichens Englischlehrer in der Erwachsenenbildung, wird von seinem krebskranken Freund Al Templeton, dem Besitzer eines alten Diners, in ein unglaubliches Geheimnis eingeweiht. Die Stufen hinab in den Vorratskeller von Als Schnellrestaurant führen geradewegs in die Vergangenheit des Jahres 1958, und zwar genau zum 9. September, 11.58 Uhr. Und das tun sie anscheinend immer wieder. Egal, wie lange man sich in der Vergangenheit aufhält, in der Gegenwart vergeht immer nur ein kurzer Augenblick. Geht man die Stufen wieder hinab, landet man in der selben Zeit und stets an der selben Stelle. Aber was passiert, wenn man auf diese Vergangenheit einwirkt und diese verändert, und zwar so, dass es unweigerlich Auswirkungen auf die Gegenwart haben muss...?

Dieser Frage widmen sich zahlreiche Autoren von Zeitreisegeschichten und lösen die dadurch verursachten Paradoxa im Ursache-Wirkungsgefüge unseres Raum-Zeit-Kontinuums einmal mehr oder weniger elegant. Üblicherweise folgen die Autoren dabei einem dieser drei Schemata:
  1. Unveränderliche Zeitlinie: Bei dieser Variante kann sich der Zeitreisende anstrengen, wie er will, er schafft es einfach nicht, den Strom der Zeit zu verändern, da immer irgend etwas dazwischen kommt. Entweder "wehrt" sich die Zeit, oder die Taten des Zeitreisenden haben auf den Fluss der Zeit keine weiteren schwerwiegenden Auswirkungen - wie ein kleiner Zweig, der in einen Strom fällt, diesen nicht veranlasst, sein Bett zu verlassen.
  2. Dynamische Zeitlinie: Der Zeitreisende verändert den Lauf der Zeit und damit seine ursprüngliche eigene Gegenwart. Hier treten Paradoxa auf, wie z.B. der Versuch, seine eigenen Vorfahren zu ermorden, so dass der Zeitreisende selbst nie geboren worden wäre und auch nie die Zeitreise angetreten hätte und daher auch nie seine Vorfahren hätte umbringen können.
  3. Multiversum: Jeder Zeitreiseversuch des Zeitreisenden zurück in die Vergangenheit erschafft ein neues (paralleles) Universum. Dort haben die Taten des Zeitreisenden Einfluss auf den weiteren Verlauf der Zeit, allerdings wirken sie nicht in seinem ursprünglichen Universum, das parallel zum neugeschaffenen Universum besteht.
Aber keine Angst. Wir werden hier nicht in esoterische theoretische Physik verfallen, sondern werden uns weiter der Geschichte widmen. Und Stephen King versteht es, das Thema auszureizen und lässt seine Protagonisten auf die Idee kommen, die Ermordung John F. Kennedys am 22. November 1963 in Dallas zu verhindern. Zumindest ist das der Plan. Während Al an der Aufgabe aufgrund seiner Erkrankung scheiterte, gibt er den Staffelstab an Jake weiter. Nachdem Jake sich überzeugt konnte, dass sich die Gegenwart tatsächlich verändern lässt (dynamische Zeitlinie), muss er aber erst noch gut 5 Jahre in der Vergangenheit verbringen. Diese 5 Jahre sind das eigentliche Hauptthema des Romans. Dabei versucht Jake zunächst eine Gewalttat in Derry, zu verhindern, einer Stadt, die dem geneigten Leser als Schauplatz des Bestseller-Romans "Es" bekannt sein dürfte. Mit gefälschten Papieren und Tips für Sportwetten aus der Gegenwart gerüstet - 'Zurück in die Zukunft' lässt grüßen - verschlägt es Jake an die Schule in einer texanische Kleinstadt, wo er in Ruhe das sich anbahnende Attentat abwarten möchte. Übrigens ist das 1.000-Seiten Buch angefüllt mit Cameos, Zitaten und Selbstzitaten Kings. Aber so einfach der Plan anfänglich auch erscheint, lässt sich die Vergangenheit doch nicht so einfach verändern. Natürlich kennt Jake den gesamten Ablauf des Attentats, den Täter Lee Harvey Oswald und dessen Vorbereitungen, die ihm sein Freund Al minutiös aufgezeichnet in einem Buch überlassen hat. Aber die Zeit wehrt sich immer wieder auf ihre eigene Weise mit aberwitzigen Zufällen oder ungeplanten Unfällen.

Alles hängt mit allem zusammen, das soll einem die Lektüre dieses Buches verdeutlichen. Dabei geht es nicht nur um den vielzitierten Schmetterlingseffekt, bei dem der Flügelschlag eines Schmetterlings durch eine ungeahnte Verkettung von Ursache und Wirkung auf einem anderen Kontinent einen Orkan auslösen kann. Nein, auch Stephen Kings Werk wird in diesem Buch immer wieder zitiert und aufgegriffen. Und da vieles in seinen Büchern Kings persönlicher Biografie entnommen ist, führt uns dieses Buch irgendwie auch durch die Stationen der Lebenswelt seines Autors. Aber vor allen Dingen liest es sich unterhaltsam und spannend. Aufgrund seiner Länge ist es sicher nicht als Gute-Nacht-Lektüre geeignet, die man in kurzen 20-30 Seiten Häppchen liest, sondern verlangt nach einigen Regenwetter-Urlaubstagen, an denen man sich mit einer schönen Tasse Tee in den Seiten der unglaublichen Geschichte verlieren kann. Ich hatte ja so meine Bedenken, ob sich King am Ende aus der Paradoxie-Falle seines Zeitreisekonstrukts zu retten versteht, aber er hat es tatsächlich geschafft und hat die Geschichte zu einem schlüssigen Ende geführt.

Fazit: Großes Kino, spannend geschriebene, wohlrecherchierte und gut durchdachte Geschichte. Lesen!

Weitere Zeitreiseromane im Biblionomicon:
Stephen King
Der Anschlag

Heyne, 2011
1056 Seiten
26,99 Euro



Sonntag, 11. März 2012

Den Rückwärtsgang verklemmt - Egon Friedell 'Die Reise mit der Zeitmaschine'

Egon Friedell: Die Rückkehr der
Zeitmaschine, Piper, München (1946)
Zeitreisen haben schon immer eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt, auch schon als Kind. Immerhin haben meine Eltern noch lange bis in mein Erwachsenenalter hinein wiederholt die peinliche Geschichte erzählen müssen, wie ich mich aus Angst vor den grausigen Morlocks am Sonntag Nachmittag, während H.G. Wells 'Zeitmaschine' im Fernsehen lief, hinter der Wohnzimmercouch versteckt hielt. Auch damals hatte ich mich schon gefragt, warum der Zeitreisende eigentlich nicht auch einmal in die Vergangenheit gefahren ist. Aber wahrscheinlich wollte H.G.Wells einfach das Problem der Vertauschung von Ursache und Wirkung umgehen, die dabei leicht entstehen könnte (oder aber auch nicht...).

Das Reisen in die Zeit hat nach H.G.Wells 'Die Zeitmaschine' immer wieder von Neuem Autoren, Philosophen und Wissenschaftler in seinen Bann gezogen. So auch der hier im Biblionomicon im vergangenen Jahr besprochene Roman 'Die Landkarte der Zeit' von Felix J. Palma (hier die zugehörige Rezension), der die ganze Geschichte samt ihren Autor Herbert George Wells aufgriff und in kongenialer Weise fortgesetzt hat. Aber heute soll es hier um die relativ kurze Geschichte 'Die Reise mit der Zeitmaschine' des von mir hochverehrten österreichischen Schriftsteller, Kulturphilosophen, Religionswissenschaftler, Historiker, Dramatiker, Theaterkritiker, Schauspieler, Journalist, Kabarettist und Conférencier Egon Friedell gehen, von dessen Leben und Wirken später noch die Rede sein soll. Um gleich ein eventuelles Missverständnis auszuräumen, der Roman erscheint heute unter einem anderen Titel, nämlich 'Die Rückkehr der Zeitmaschine' (der den Inhalt der Geschichte auch nicht viel besser trifft).

Das kleine Büchlein beginnt mit dem einleitenden Briefverkehr zwischen Egon Friedell, der mit der Bitte um Aufklärung an H.G.Wells schreibt, was mit dem Zeitreisenden nun am Ende des Romans bzw. vielmehr am Ende des anscheinend den Tatsachen entsprechenden Berichts geschehen sei. Die Antwort von H.G. Wells Sekretärin dagegen fällt recht unfreundlich aus, da sie die Mutmaßung, es könnte sich um eine rein fiktive Geschichte handeln, schroff von der Hand weist. Aber immerhin gibt sie Herrn Friedell den Namen eines Bekannten des Zeitreisenden an, der als Zeuge in der ganzen Geschichte herhalten kann. Von diesem nun erhält Egon Friedell den gewünschten Bericht und der Leser erfährt von den Bemühungen des Zeitreisenden, zurück in die Vergangenheit zu fahren.

Denn genau zu diesem Thema bleibt H.G.Wells dem Leser seiner 'Zeitmaschine' ja noch einiges schuldig. Was wird aus dem Zeitreisenden, dessen Namen uns Wells noch nicht einmal verrät und welche Abenteuer hat er bei seinen weiteren Reisen zu bestehen? Ebenso lässt sich Wells auch nicht wirklich über die Theorie des Zeitreisens an sich und den dadurch verursachten potenziellen Paradoxa aus. Wir sehen also, genau hier vermag Friedell den Faden aufzunehmen und in eleganter Weise wie geschildert an die Originalgeschichte anzuschließen. Denn bei seinem Versuch, in die Vergangenheit zu reisen, stößt der Zeitreisende überraschend auf (technische) Probleme und er ist gezwungen, zuerst noch einmal in die Zukunft zu reisen (quasi um "Anlauf zu nehmen"). So erhält er im Jahr 2123 das nötige intellektuelle Rüstzeug, um seine Reise in die Vergangenheit (zumindest theoretisch) antreten zu können, doch will sich der Erfolg auch dann nicht wirklich einstellen....

Also, wer eine spannende und aktionsreiche Romanhandlung wie in H.G.Wells Original erwartet, der könnte von Egon Friedells kleinem Büchlein leicht enttäuscht werden. Friedell ist ein Meister der ironisch und zumal sarkastischen Zwischentöne und das mitunter auf hohem intellektuellen Niveau. Das Buch erschien zuerst posthum 1946, nachdem die Nationalsozialisten Friedells Schriften bereits in den 1930er Jahren auf den Index gesetzt und verbrannt hatten. Dennoch hinterließ uns dieser großartige Erzähler eine überaus lesenswerte, dreibändige Kulturgeschichte der Neuzeit, sowie eine ebenfalls auf drei Bände ausgelegte Kulturgeschichte des Altertums, die er nicht mehr beenden konnte. Übrigens hat auch sein literarisches Vorbild für den vorliegenden Roman, H.G. Wells, eine vielbeachtete Weltgeschichte geschrieben. Egon Friedells tragisches Ende scheint selbst wie aus einem Roman entsprungen.
"Am 16. März 1938 erschienen gegen 22 Uhr zwei Männer der SA vor dem Haus von Egon Friedell, Wien 18, Gentzgasse 7, um, wie jedenfalls er meinte, den „Jud Friedell“ abzuholen. Während sie mit seiner Haushälterin diskutierten, nahm sich Friedell das Leben, indem er aus einem Fenster der im 3. Stock gelegenen Wohnung sprang. Verbrieft ist, dass er dabei nicht verabsäumte, die Passanten umsichtig mit dem Ausruf „Treten Sie zur Seite!“ zu warnen." (Quelle: wikipedia)
Fazit: Als Einstiegsdroge in die Lese- und Gedankenwelt eines geistreichen Erzählers bestens geeignet! Sonst wohl eher nur für hartgesottene Fans der 'Zeitmaschine'. Trotzdem: LESEN!

Sonntag, 5. Juni 2011

Eine Hommage an die Zeitmaschine - Felix J. Palma 'Die Landkarte der Zeit'


Außerplanmäßig, da sich bereits der Stapel schon gelesener aber noch unrezensierter Bücher auf der Kommode türmt, doch mit umso frischerem Eindruck möchte ich heute über das Buch berichten, das ich in der vergangenen Woche auf Kreta quasi als 'Reiselektüre' zuerst recht skeptisch, aber dann doch mit wachsender Spannung gelesen habe. 'Die Landkarte der Zeit' vom spanischen Autor Félix J. Palma, auf dessen Cover das Zifferblatt einer Uhr ohne Zeiger prangt und dessen Umschlag mit markigen Werbezitaten angesehener Zeitungen geschmückt wird in dem Stil "Ein Bestseller, den jeder Literaturprofessor in der U-Bahn lesen kann, ohne sich zu schämen". Zugegeben, diese Zeilen gaben mir zunächst sehr zu denken. Ein Buch, zu dessen Lektüre mich der Hinweis bewegen soll, dass ich mich nicht öffentlich dafür zu schämen hätte. Aber warten wir ab....

Die Schnittmenge zwischen Zeitreisegeschichten und Bestsellern war bis vor kurzem annähernd leer, sieht man einmal von H.G. Wells Klassiker 'Die Zeitmaschine' ab. Doch mit Audrey Niffeneggers 'Die Frau des Zeitreisenden' (siehe Biblionomicon: 'Lost in Time...', vom 11.10.2007) gelang es, die nicht ganz unkomplizierte Thematik auch einem größeren Publikum nahezubringen und schmackhaft zu machen. Und das in einer interessanten und mir bis dato neuen Variante, in der der Protagonist auf ihm selbst nicht begreifliche Weise dazu verdammt ist, kreuz und quer durch seine eigene Lebenszeit zu springen. Was also hat Félix J. Palmas Roman dem Genre noch hinzuzufügen?

Zentrale Figur im folgenreichen Verwirrspiel um das Thema Zeitreisen ist der britische Autor Herbert George Wells, einem der Väter des modernen Science Fiction Romans, auf dessen 1895 erschienenen Romanklassiker 'Die Zeitmaschine' das ganze Thema überhaupt erst seinen Ursprung findet. Es ist recht verzwickt, den Handlungsfaden erzählen zu wollen, ohne dabei die Spannung und Pointen des unterhaltsamen Romans schon vorwegzunehmen. Ich versuche mein Bestes.... Wir schreiben das Jahr 1888. Der aus gutem Hause stammende, junge Andrew verliebt sich zum Entsetzen seines Vaters in eine Prostituierte. Jedoch gelingt es ihm nicht, sich gegen seinen übermächtigen Vater durchzusetzen und eine selbstverantwortete Entscheidung zu treffen, die es den beiden ermöglichen würde, ein gemeinsames Leben zu führen. Zumindest nicht rechtzeitig, denn das Londoner East End wird zu dieser Zeit von Jack the Ripper heimgesucht, der seine Opfer -- allesamt Prostituierte -- auf bestialische Weise abschlachtet. Andrews große Liebe Marie wird Jack the Rippers letztes Opfer. Von Sehnsucht und Schuldgefühlen geplagt beschließt er 8 Jahre später sich am Jahrestag des Verbrechens das Leben zu nehmen. Doch seinem Cousin gelingt es noch in letzter Sekunde rettend einzugreifen, indem er Andrew von einer sagenhaften neuen Möglichkeit berichtet, wie Marie doch noch zu retten wäre....
"Es überraschte Andrew, dass die abgelegten Karten des Lebens nicht hinweggefegt wurden, wie die Sägespäne vom Besen eines Schreiners, sondern jede einzelne eine neue Existenz schuf, die mit der wahren um die Wette eiferte, welche von ihnen die authentische sei." (Seite 258)
Kurz nach dem Erscheinen von H.G. Wells Roman 'Die Zeitmaschine' scheint ganz England beflügelt vom Fortschrittsglauben und der Idee des Zeitreisens. So bleibt es nicht aus, dass bereits im Folgejahre die 'Agentur für Zeitreisen Murray' gegründet wird, die ihren Kunden eine sagenhafte Reise in das Jahr 2000 verspricht, dem Entscheidungsjahr der Menschheitsgeschichte, in der sich das Schicksal des Menschen im Kampf gegen die Maschinenmenschen entscheiden wird. Dies ist erst das erste der vielen Zitate und Rückgriffe in die Geschichte dieses Genres, denn wem jetzt in diesem Zusammenhang 'Der Terminator' einfällt, der liegt gar nicht so weit von einer Spur entfernt. Allerdings haben die Zeitreisen der Agentur einen kleinen Haken: es existiert quasi nur ein einziger Zeittunnel, der das viktorianische London ausschließlich mit dem 20. Mai 2000 verbindet. Reisen zurück in die Zeit oder zu einem anderen Datum hin scheinen unmöglich.
"Also gut", sagte Charles und sah auf seine Taschenuhr, "zuerst einmal gehen wir essen. Es ist nicht ratsam, mit nüchternem Magen zu reisen." (Seite 115)
Wohlhabenden Londoner Bürgern ermöglicht die Agentur für Zeitreisen Murray so eine 'Pauschalreise' zur Entscheidungsschlacht der Menschheit und dabei passiert, was passieren muss: eine intelligente, junge und romantisch veranlagte Dame, die sich so gar nicht mit den Gepflogenheiten ihrer Zeit und den potenziell dort vorhandenen Verehrern arrangieren will (...viele Grüße übrigens an Jane Austen), verliebt sich in den tapferen Hauptmann Derek Shackleton, den Anführer der letzten Menschen in ihrem verzweifelten Kampf gegen die Maschinenmenschen, was nicht ohne Folgen bleiben soll...

Alles entwickelt sich anders als erwartet, und das macht einen Großteil des Charmes dieser Geschichte aus, die sich auf alle Fälle stets mit einem kleinen Augenzwinkern verstanden wissen möchte. Weiter wird sich aus dem großen literarischen Fundus der Zeitreisegeschichten bedient: So besteht zu befürchten, dass der tapfere Hauptmann Shackleton in der Zeit zurückreist, um einen Pianola- und Spielzeugfabrikanten zu töten, den man für den Urvater der Maschinenmenschen hält. Andererseits kommt ein Scottland Yard Inspektor auf die Idee, ein Verbrechen zu verhindern, das noch gar nicht geschehen ist (Minority Report lässt grüßen), verbunden mit all den widersprüchlichen Schlussfolgerungen, dass ein verhindertes Verbrechen ja gar nicht begangen wurde, der Täter somit nicht zur Verantwortung zu ziehen ist und damit auch gar keine Veranlassung besteht, das nicht stattgefundene Verbrechen überhaupt erst zu verhindern.
"Die Geräusche, die wir nachts manchmal hören, dieses Knarren, das wir alten Möbeln zuschreiben, sie sind vielleicht nichts anderes als die Schritte eines unserer zukünftigen Ichs, das unseren Schlaf bewacht und ihn nicht zu unterbrechen wagt." (Seite 254)
Wem es bei derartigen Gedankengängen jetzt ein klein wenig schwindelig geworden ist, der hat erst einen klitzekleinen Eindruck davon gewonnen, wie kompliziert diese Zeitreisethematik eigentlich werden kann. Felix J. Palma versteht es aber ganz gut, den Leser mit auf seine Reise zu nehmen, wobei sich manch zu phantastisch anmutende Idee dann letztenendes doch als recht irdisch herausstellen wird. Natürlich wird auch 'Die Frau des Zeitreisenden' zitiert, genauso wie George Pals 1960 erschienener Filmklassiker 'Die Zeitmaschine'. Überhaupt werden sich am Genre interessierte Leser über eine Menge Aha-Erlebnisse mit Wiedererkennungswert erfreuen können. Übrigens, hatte ich schon erwähnt, dass auch John Merrick, der 'Elefantenmensch', eine Nebenrolle spielt?

Fazit: Eine Hommage an ein Genre und einen Autor, die spannende und unterhaltsame Lektüre verspricht, nicht nur für Liebhaber.

Links:

Félix J. Palma: Die Landkarte der Zeit
aus dem Spanischen übersetzt von Willi Zurbrüggen,
Rowohlt Verlag GmbH, 2010.
716 Seiten, 24,95 €











Dienstag, 29. Juni 2010

Das hat die gute Jane nicht verdient - Jasper Fforde 'The Eyre Affair'

Man stelle sich vor, eine Welt, in der Literatur nicht nur bierernst genommen wird, sondern in der sich die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit vermischen. Das Ganze garniert mit einem Happen Zeitreisefolklore und alternativer Realität. Dann nehme man einen (oder mehrere) englische Klassiker der Literatur des 19. Jahrhunderts, rühre das Ganze kräftig herum und frage sich, was wohl Douglas Adams aus so einer Gemengelage hätte machen können...

Der walisische Autor Jasper Fforde ist ja eigentlich Kameramann (Kamera-Assistent um genau zu sein) und laut Wikipedia gar kein so unbekannter. Dort steht nämlich zu lesen, er habe z.B. in 'Goldeneye' oder 'The Saint' hinter der Kamera gestanden. Aber, er hat auch eine Figur und mit ihr verbunden eine alternative Welt erfunden, die es mittlerweile sogar auf mehrere Fortsetzungsbände gebracht hat: Thursday Next, die Literatur-Agentin. Nein, nicht wie wir das jetzt verstehen würden. Denn in Ffordes Welt, ist Literatur eine ernst zu nehmende Sache und Thursday Next ist Officer der paramilitärischen Special Ops Network Organisation. Eine ihrer vielen Unterabteilungen beschäftigt sich mit 'literarischen Verbrechen', so z.B. mit dem Aufspüren von illegal gedruckten oder gefälschten literarischen Werken. Laut Verlagstext handelt es sich bei Miss Next um eine krude Mischung aus Bridget Jones und Dirty Harry. Den etwas feinsinnigeren unter uns sträubt sich jetzt mit Sicherheit bereits das ein oder andere Nackenhaar...

Doch damit nicht genug. Jasper Fforde beschreibt uns eine Alternativwelt, in der England nicht das uns bekannte vereinigte Königreich darstellt, sondern eine geteilte Republik mit einem unabhängigen Wales ist, die sich seit mehr als einem Jahrhundert mit dem zaristischen Russland im noch nicht entschiedenen Krimkrieg befindet. Um es noch ein wenig weiter auf die Spitze zu treiben, sind Zeitreisen anscheinend nichts wirklich besonderes in dieser Welt, während auf der anderen Seite Überlandreisen mit der guten alten Eisenbahn oder in Luftschiffen unternommen werden, und dann auch noch Werwölfe, Vampire und Geister ein durch und durch reales Dasein fristen...

Doch es passieren dann doch wirklich 'unerhörte Dinge'. Alles fängt damit an, dass das Original Dickens-Manuskript des Romans 'Martin Chuzzlewit' gestohlen wird und dann noch tatsächlich eine anscheinend aus diesem Roman stammende Figur tot auf dem Seziertisch eines Polizeipathologen liegt und folglich auch nicht mehr weiter im Roman auftaucht, sondern verschwunden bleibt. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion sind auf einmal durchlässig geworden, dank einer genialen Erfindung von Thursdays Onkel Mycroft (ja, genau...so hieß übrigens auch der hochintelligente Bruder von Sherlock Holmes), einem verschrobenen Erfinder, Mathematiker und Physiker. Hades Acheron (was für ein dämlicher Name), ein unglaublich durchtriebener Schurke, ausgestattet mit übermenschlichen Kräften, erpresst das Land mit der Drohung, ein Nationalheiligtum Englands unwiderruflich zu zerstören: Er bringt Mycroft in seine Gewalt und entführt Jane Eyre mitten aus Charlotte Brontes gleichnamiger Geschichte (um genau zu sein irgendwo auf Seite 120) und da das Buch in Janes Ich-Erzählperspektive geschrieben ist, sind plötzlich alle nachfolgenden Seiten leer....

Klingt alles ziemlich aberwitzig? Ist es auch! Aber irgendwie konnte ich mit dieser Welt nicht wirklich warm werden. Letztendlich wurde es dann selbst mir zu 'seltsam'. Zeitreisen gepaart mit Vampiren, Shakespeare und Bronte ... das ist schon starker Tobak. Dabei ist die Grundidee, sich einen Klassiker herauszugreifen und etwas aus der Geschichte zu 'remixen' gar nicht so schlecht. Der Erfolg solcher literarischer Remixe, wie z.B. der Jane Austen-Verschnitt 'Stolz und Vorurteil und Zombies' scheint dem ganzen ja recht zu geben. Mögen muss man es dabei aber noch lange nicht.

Die Figuren des Romans waren mir allesamt zu plakativ und es fehlen die Erklärungen. Woher stammen die 'Superkräfte' des Ultrabösewichts? Warum ist er so geworden, wie er ist? Er war doch vorher anscheinend ein mehr oder wenig 'harmloser' Literaturdozent. Und überhaupt, warum ist Literatur in dieser Welt so ungeheuer wichtig? Vielleicht bieten ja die übrigen Thursday Next Bände hier weitere Aufschlüsse, aber ich habe erst einmal genug von dieser seltsamen Welt. Die einzigen guten Stellen des Romans waren die, in denen Fforde kräftig aus Charlotte Brontes Werk zitiert und mit der Geschichte spielt. Doch wahrscheinlich haben mir diese Stellen doch nur gefallen, weil ich 'Jane Eyre' so gerne habe (sie auch meine Rezension 'Aschenbrödel bekommt etwas lädierten Prinzen').

Fazit: Da versucht einer an Douglas Adams kruden Sinn für exzentrische Geschichten anzuknüpfen, hat eigentlich eine ganz gute Idee, schießt aber meiner Meinung nach etwas über das Ziel hinaus. Weniger wäre wohl eher mehr gewesen.

Links:






Dienstag, 22. Juli 2008

Oswald Levett: Verirrt in den Zeiten

Ich wage zu bezweifeln, dass heute irgendjemand etwas von Oswald Levett gehört hat. Zumal werden seine Werke - er hat lediglich zwei Bücher geschrieben und einen Victor Hugo zusammen mit dem österreichischen Schriftsteller Leo Perutz übersetzt - heute nicht verlegt, zum anderen war sein Output nicht gerade gewichtig. Nichtsdestotrotz (...eine wunderbare Gelegenheit dieses zumeist verkannte deutsche Wort zu gebrauchen....) möchte ich heute dieses kleine Bändchen vorstellen: Oswald Levetts "Verirrt in den Zeiten".

1933 völlig unbeachtet in einem kleinen Wiener Verlag erschienen, bleibt diese fantastische Erzählung doch in Erinnerung. Es geht um das Thema Zeitreise. Ein deutscher Gelehrter baut Anfang des 20. Jahrhunderts ganz im Alleingang tatsächlich eine funktionsfähige Zeitmaschine und versetzt sich mit dieser zurück in die Zeit des 30-jährigen Krieges. Aber die Reise gerät zur "Einbahnstraße", ein Rückkehr ist nicht möglich. Erzählt wird das Ganze aus der Sicht eines Historikers, der in das fränkische Ansbach reist, um im Auftrag der Akademie der Wissenschaften "Rechtsaltertümer von Stadt und Kreis Ansbach zu sammeln und herauszugeben". Bei seiner Recherche stößt er auf Berichte aus der Zeit des 30-jährigen Krieges und über Erasmus Büttgemeister, einen seltsamen "Zeitgenossen", der so gar nicht in diese damalige Zeit zu passen scheint. Tatsächlich gerät er auf die Spur, die unser "Zeitreisender" in der Geschichte hinterlassen hat, da dem Historiker dessen höchsteigener Bericht in die Hände fällt. Allerdings - und das kann ich an dieser Stelle schon sagen - nimmt die Geschichte für den Zeitreisenden keinen guten Ausgang. In einer Zeit, da Hexenverfolgung und Aberglaube noch an der Tagesordnung sind, muss man mit seinen "modernen" Kenntnissen höllisch aufpassen, um nicht in die Schusslinie zu geraten. Zumal stellt sich dann auch - wie immer in Zeitreiseerzählungen - die Frage nach der Kausalität: Kann man den Gang der Geschichte verändern? Kann man sein Wissen um zukünftige, aber noch nicht eingetretene Ereignisse zum eigenen Vorteil nutzen? Interessantes Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist dabei die Figur des Ahasverus, des "ewigen Juden", der christlichen Legende nach ein jerusalemer Schuster, der Christus, als dieser sein Kreuz durch die Straßen Jerusalems trug, die Rast auf seiner Türschwelle verweigert haben soll. Von Gott bestraft muss dieser auf alle Zeiten ohne Rast durch die Welt wandern ohne sterben zu können....

Im Laufe der Handlung trifft unser Zeitreisender auf bekannte Zeitgenossen des 17. Jahrhunderts, wie z.B. Wallenstein oder Friedrich Spee, dem in diesem Buch auch folgendes wunderschöne lateinische Zitat zugesprochen wird:
In aeterno corda rerum
Nil in unda est dierum
Et in hora nihil verum.
(Der Dinge Wesen in Unendlichkeit liegt. Im Auf und Ab des Tages dich der Schein besiegt. Und keine Stunde Dir beständige Wahrheit gibt.)

Aber wenn ich schon damit anfange, muss natürlich auch der Heilige Augustinus zu Wort kommen, der am Eingang des Buches zitiert wird mit seinem Versuch, das Wesen der Zeit zu ergründen:
Quid sit tempus?
Si nemo me quaerit, scio.
Si explicare velim, nescio.

Was die Zeit sei?
Ich weiss es, so man mich nicht fragt.
Ich weiss es nicht, soll ich's erklären.
Sehr gerührt hat mich dann auch die Abschlussbemerkung des suhrkamp Verlags, in der der Verlag seine Bemühungen beteuert, den Inhaber des Urheberrechtes bzw. die Erben Oswald Levetts zu ermitteln, der 1942 in einem nationalsozialistischen Vernichtungslager ums Leben kam. Der Rechteinhaber wird gebeten, sich mit dem Verlag doch bitte in Verbindung zu setzen....

Fazit: Ein etwas anderer Zeitreiseroman, gar nicht vergleichbar mit der zuletzt hier rezensierten Zeitreisegeschichte, kurz und knapp erzählt, mit vielen Bildmotiven der Romantik und Lokal- bzw. vielmehr "Zeitkolorit". Die alte Sprache ist manchmal etwas gewöhnungsbedürftig, aber dennoch eine Empfehlung, an alle, die das Ungewöhnliche reizt....

Links:

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Lost in Time..... - Audrey Niffenegger: Die Frau des Zeitreisenden

Science Fiction? Naja....eigentlich kommt diese Geschichte erst einmal überhaupt nicht als Science Fiction Geschichte daher. Sieht man einmal davon ab, dass der Protagonist tatsächlich ein Zeitreisender ist....


Henry DeTramble reist durch die Zeit, und zwar unfreiwillig. Ein seltsamer Chromosomendefekt ist dafür verantwortlich, dass er Situationen, in denen er sich nicht wohl fühlt, nervös oder aufgeregt ist, flieht, indem er nicht den Ort, sondern die Zeit wechselt. Ok, Zeitreisen gibt es in der Science Fiction Literatur schon lange. Allen voran natürlich H.G. Wells' 'Die Zeitmaschine', die wir alle zumindest aus den entsprechenden Verfilmungen kennen. Aber hier, in der vorliegenden Geschichte ist das Zeitreisen nicht unbedingt das Hauptanliegen. Vielmehr ist es die Liebesgeschichte zwischen Henry und Clare, die dank des Kunstkniffes der Zeitreise in keinster Weise linear, sondern in wunderbaren Windungen und Kreisen vor unseren Augen mehr und mehr Gestalt annimmt.

Doch zuvor einige technische Details zu Henrys Zeitreisen: Das erste Mal geschieht es während eines schweren Verkehrsunfalls, bei dem Henrys Mutter ums Leben kommt. Der gerade einmal 5-jährige Henry entflieht der Situation und dem sicheren Tod, indem er sich wenige Minuten entfernt am Straßenrand wiederfindet. Aber das erfahren wir erst später im Roman. Vielmehr beginnt die Geschichte mit dem ersten Treffen von Henry und Clare, wobei Clare noch ein kleines Kind ist und Henry bereits ein fast 40-jähriger Mann. Henry und Clare treffen sich immer wieder in unterschiedlichsten Altersvarianten, bis sie sich irgendwann auch im 'realen' Leben, d.h. in Henrys und Clares gemeinsamer Zeitebene kennenlernen und ein Paar werden. Dieses Aufeinandertreffen von zwei Liebenden im ständigen Durcheinander der jeweiligen Lebenszeit und -umständen, das ist es, was diesen Roman so unterhaltsam macht.

Zeitreisen sind ja eigentlich physikalisch unmöglich (außer man akzeptiert eine der Theorien des sogenannten 'Multiversums', d.h. man geht davon aus, dass es potenziell unendlich viele Universen gibt, in denen man dann jeweils landen kann), da die Kausalität, d.h. die Verknüpfung von Ursache und Wirkung bei einer Reise in die Vergangenheit (aber auch in die Zukunft) nur allzu leicht auf den Kopf gestellt werden kann (erschießen Sie einfach ihren Großvater, bevor dieser Ihre Großmutter kennengelernt hat....was passiert dann mit Ihnen? werden Sie überhaupt geboren....und wenn nicht, wie konnten Sie dann ihren Großvater töten??). Dieses Problem wird im vorliegenden Roman recht einfach umschifft, da der Protagonist bei seinen Zeitreisen strikt dem Kausalitätsprinzip unterliegt, d.h. was bereits passiert ist, kann er nicht verändern, so sehr er sich auch bemüht.

Wie geht nun dieses Zeitreisen von statten? Ganz einfach. Henry befällt leichtes Unwohlsein und pfffft.....löst er sich auf und zurück bleiben nur seine Kleider. Völlig nackt kommt er dann in einer anderen Zeit (die von wenigen Ausnahmen abgesehen innerhalb seiner eigenen Lebensspanne liegt) an und sieht sich daher mit vielerlei praktischen Problemem konfrontiert. Das hört sich nicht ganz einfach an, irgendwo zu irgendeiner Zeit (z.B. auch im tiefsten Winter) völlig nackt, unvermittelt aufzutauchen. Ein Umstand, der Henry schließlich auch zum Verhängnis wird.

Doch im Mittelpunkt der Geschichte stehen diese beiden ungewöhnlichen Liebenden, Henry und Clare. Und diese Geschichte ist wirklich wunderbar erzählt! Einige Ungereimtheiten, die mit dem Zeitreisen und kausalen Zusammenhängen zu tun haben, bleiben meiner Ansicht nach zwar ungelöst, was dem Roman aber keinen Abbruch tut, vorallem, da es sich stets nur um Kleinigkeiten handelt. Mein Fazit: Der Roman bietet eine wirklich erfrischende (wenn auch am Ende sehr traurige) Liebesgeschichte in ungewöhnlichen Gewand und regt ob der Thematik sehr zum Nachdenken an. Selbst wenn Zeitreisen (und daher Science Fiction) bislang nicht auf Ihrem Lesezettel standen, kann ich Audrey Niffeneggers Roman nur allerwärmstens empfehlen und verspreche viele Stunden kurzweiligen und immer wieder überraschenden Lesegenuss!

Links:

  1. Die Frau des Zeitreisenden in Literaturschock

  2. A. Reinhardt: Wie zwei Königskinder - bei abebooks

  3. Th. Harbach: Die Frau des Zeitreisenden - bei sfradio



Literaturlinks zum Thema:


Leider sind viele klassische Zeitreisegeschichten (zumindest die wirklich guten) nicht mehr im aktuellen Programm der Verlage erhältlich und man ist auf Antiquariate angewiesen, so z.B.:

  1. Oswald Levett: Verirrt in den Zeiten, Suhrkamp, 1986

  2. Robert Silverberg (Hrsg.): Die Mörder Mohammeds, Heyne, 1970.

  3. Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Die sechs Finger der Zeit, Ed. Rencontre, 1980.