Mittwoch, 15. Januar 2014

Falls Sie wirklich meine Geschichte hören wollen...

Falls Sie wirklich meine Geschichte hören wollen, so möchten Sie wahrscheinlich vor allem wissen, wo ich geboren wurde und wie ich meine verflixte Kindheit verbrachte und was meine Eltern taten, bevor sie mit mir beschäftigt waren, und was es sonst noch an David-Copperfield-Zeug zu erzählen gäbe, aber ich habe keine Lust, das alles zu erzählen.

Richtig, es geht um das One-Hit-Wonder der Pop-Literatur, J.D. Salingers Roman 'Der Fänger im Roggen'. Ja, ich hab ihn schon öfters gelesen, das erste Mal vor 25 Jahren, mal in der Böll'schen (zahmeren) Übersetzung oder auch im englischen Original. Hier im Biblionomicon war ebenfalls schon öfters von J.D. Salinger und seinen Einflüssen die Rede (siehe unten). Coming-of-Age Geschichten sind bzw. waren auch zu Salingers Zeiten natürlich nichts Neues. Aber im Gegensatz zu all seinen Vorgängern trifft Salinger einen anderen Ton, eine Schnoddrigkeit mit Tendenz zur Großspurigkeit und dem immer wiederkehrenden Prinzip der 'verpassten Chance', die den Leser mit der Frage 'Was wäre Wenn...?' alleine zurücklässt. Und dieser Ton zieht den Leser jetzt schon seit mehr als 60 Jahren in seinen Bann. Falls ihr in noch nicht kennen solltet: Lesen!

Zum Thema J.D. Salinger hier im Biblionomicon:
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Kommentare:

Catherine Madeleine Buchling hat gesagt…

Achja, ich erinnere mich gut. Musste das damals in der Schule lesen. Damals war ich nicht allzu begeistert... könnte aber (definitiv) an der Lehrerin gelegen haben. Vielleicht sollte ich dem ganzen noch mal eine Chance geben ;)

LG Cat

Harald Sack hat gesagt…

Vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich glaube, da geht es dem Fänger im Roggen wie vielen anderen Schullektüren auch. Ich selbst empfinde es gerade auch bei diesem Buch als absolut widersprüchlich, wenn es in der Schule, also quasi 'unter Aufsicht' bzw. 'unter Anleitung' gelesen wird. Die Lehrer sollten vielmehr versuchen, auf alle Fälle zu "verhindern", dass Ihre Schüler dieses Buch lesen...dadurch würde es dann automatisch viel populärer :)

KreaMa hat gesagt…

Ich wollte das Buch schon so lange mal lesen, aber irgendwie kam doch jedesmal etwas dazwischen. Vielleicht sollte ich es mir für dieses Jahr nochmal ganz fest vornehmen.

Harald Sack hat gesagt…

Hallo und Danke für Deinen Kommentar! Tu es! Aber nimm bitte gleich am Besten die Neuübersetzung von Elke Schönfeld, wenn Du das Buch nicht im englischen Original liest. Heinrich Bölls alte Übersetzung aus den verstaubten und prüden 1960ern, die gerne in der Schule herangezogen wird, verfälscht das Buch in meinen Augen...