Dienstag, 23. Oktober 2007

So schön wie nie zuvor - Zur Wiedereröffnung der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar

Morgen, am 24. Oktober 2007, dem Geburtstag ihrer Namenspatronin (dem 268. Geburtstag...), wird die Weimarer Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek feierlich wiedereröffnet. Der weltberühmte Rokoko-Saal erstrahlt in einem Glanz wieder, wie wohl nie zuvor seit seinem gut 200 jährigen Bestehen. Musste die Bibliothek erst niederbrennen, bevor sie in neuem Glanz erstrahlen kann....so fragt die ZEIT in einem Artikel vom 18.10.2007?
Drei Jahre sind vergangen, seit dem verherenden Brand, bei dem die Bibliothek und 60.000 ihrer Bücher schwer beschädigt wurden. 16.000 Bücher konnten bislang wieder hergestellt werden, aber um alle beschädigten Bücher wieder restaurieren bzw. wiederbeschaffen zu können, veranschlagen die Verantwortlichen bis zu 30 Jahre. Alleine 12,8 Millionen Euro hat die Renovierung und Wiederherstellung des Bibliothekgebäudes verschlungen, noch einmal 67 Millionen Euro sind für die Bücher von Nöten. Zwar gingen bislang über 17 Millionen Euro an Spenden ein, aber die Geldquelle drohen langsam zu versiegen.

Morgen ist es also soweit, und das Bibliotheksgebäude wird wiedereröffnet. Leider bin ich derzeit in Potsdam und kann der Veranstaltung nicht beiwohnen. Den neuen Rokoko-Saal hätte ich schon gerne mal in neuem Glanz bewundert. Aber das kann ich ja noch nachholen. Für alle die, die auch nicht dabei sein können, gibt es hier auf den Web-Seiten der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek einen virtuellen 3D-Rundgang, der die Bibliothek in all ihrer Schönheit vor dem Brand....als auch nach dem verheerenden Brand zeigt. Die Feierlichkeiten rund um die Wiedereröffnung stellt damit den Höhepunkt des Anna-Amalia-Jahres 2007, dem 200. Todestages der Herzogin, dar. Den Auftakt der Festwochen macht die Ausstellung "Candida Höfer: Weimarer Räume". Candida Höfer hatte 2004 vor dem Feuer den Rokokosaal fotografiert, der als einer der schönsten Bibliotheksräume in Mitteleuropa gilt.


Wenn man denn schon mal in Weimar ist und sich für die Bibliothek interressiert, sollte man sich auf alle Fälle auch den Bibliothekserweiterungsbau am Burgplatz 4 einmal ansehen. Der Bücherkubus mit seinen 100.000 Bänden der Freihandbibliothek bildet einen treffenden modernen Kontrast zum klassischen Rokoko-Saal.








siehe auch:

  1. "Von der Vergänglichkeit des gedruckten Wortes", in Biblionomicon vom 03.09.2007.

  2. Ch. Simes: "Musste sie erst brennen...?", die ZEIT, 18.10.2007

  3. E. von Tadden: Klassische Schönheit, Die ZEIT, 18.10.2007.

  4. M. Knoche: Eine Forschungsbibliothek des 21. Jahrhunderts - Die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar, Bibliothek 27. 2003. Nr. 1/2.


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